Qualitätssicherung des
Trinkwassers im Gebäude

Betreiber sind für die Hausinstallationen verantwortlich

Wasser ist einer unserer größten Schätze in Österreich, dessen Wert in Zukunft weiter steigen wird. Über drei Viertel der Österreicher vertrauen auf die Qualität des Leitungswassers zuhause und trinken es gerne. Leider wissen viele aber nicht, dass es in der Hausinstallation verderben und zum Gesundheitsrisiko werden kann.

Werden ungeeignete Werkstoffe eingesetzt oder nicht alle Entnahmestellen regelmäßig genutzt, so können sich gefährliche Bakterien und Chemikalien im Trinkwasser ansammeln und dieses ungenießbar machen. Auch das Absenken der Warmwassertemperaturen kann gefährliche Auswirkungen haben. Vielen Betreibern von Gebäuden ist nicht bewusst, dass sie für die Hausinstallation voll umfänglich verantwortlich sind. Dabei stellt der Oberste Gerichtshof unmissverständlich fest: Jeder muss seine Anlage in verkehrssicherem und gefahrlosem Zustand erhalten und befugte Benützer vor erkennbaren Gefahren schützen. Bei Trinkwasser-Installationen kann der verkehrssichere und gefahrlose Zustand nur durch regelmäßige Nutzung, Prüfung, Instandhaltung und erforderlichenfalls Sanierungen erhalten werden. Bei unzureichenden Nutzungshäufigkeiten oder Entnahmemengen (z. B. Leerstand, nachträglicher Einbau von Wasserspararmaturen) besteht eine erhöhte Gefahr einer Vermehrung von Mikroorganismen sowie einer Migration von Werkstoffbestandteilen aus der Hausinstallation in das Trinkwasser. Um hygienische Mängel zu erkennen, sind daher in jedem Fall regelmäßige Wasseruntersuchungen erforderlich.

Was viele Wohnungseigentümer und Mieter nicht wissen: In den eigenen vier Wänden sind sie selbst für Nutzung und Instandhaltung ihrer Armaturen verantwortlich. Gerade in Duschen zählen die Legionellen zu den gefährlichsten Arten. Wird beim Duschen mit Legionellen belastetes Wasser eingeatmet, kann dies zu einer schwerwiegenden Lungenentzündung führen. Personen mit geschwächtem Immunsystem, chronischen Erkrankungen sowie ältere Menschen und Raucher haben ein erhöhtes Risiko.

Mit einfachen Tipps die Trinkwasserqualität im Gebäude erhalten:

  • Nutzung oder Spülung aller Entnahmestellen zumindest alle 3 Tage
  • Nach längerer Abwesenheit das Wasser mindestens zwei Minuten lang laufen lassen
  • Strahlregler („Sieberl“), Duschschläuche und Brauseköpfe regelmäßig reinigen und desinfizieren
  • Filter mindestens 2x jährlich tauschen oder rückspülen

Auch wenn das Wasser klar und sauber aus der Leitung kommt, dürfen Betrieb und Instandhaltung nicht vernachlässigt werden, denn im Gegensatz zu Verfärbungen durch Schmutz und Rost sind Bakterien und chemische Rückstände mit freiem Auge nicht sichtbar!